Zweite Veranstaltung der „Ideas Connect“-Reihe zu Fake News
Das interdisziplinäres Format „Ideas Connect“ des ZLL in Kooperation mit TransforMA ging nach einer Winterpause in die zweite Runde. Am 26. März sprach Holger Marcks vom Institut für Demokratie und Gesellschaft Jena (IDZ Jena) zum Thema „„Lüge, Bullshit, Missverständnis? Der politische Streit um Fakten“. Das Thema Fake News ist in aller Munde – in…
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Das interdisziplinäres Format „Ideas Connect“ des ZLL in Kooperation mit TransforMA ging nach einer Winterpause in die zweite Runde. Am 26. März sprach Holger Marcks vom Institut für Demokratie und Gesellschaft Jena (IDZ Jena) zum Thema „„Lüge, Bullshit, Missverständnis? Der politische Streit um Fakten“.
Das Thema Fake News ist in aller Munde – in sozialen Netzwerken werden Falschinformationen tausendfach geteilt und auch im politischen Streit werden Vorwürfe erhoben, Fake News zu verbreiten. Doch was steckt eigentlich dahinter? Warum empfinden Menschen Wahrheit unterschiedlich? Was kennzeichnet eine Lüge, was ist ein Missverständnis, was ist Bullshit? Und wie sollte mit uneindeutigen Informationen umgegangen werden?
Diese und weitere Fragen beleuchtete Holger Marcks in seinem interaktiven Vortrag. Ein besonderes Element war die Einladung an die Teilnehmenden, Videoclips nach ihrem Wahrheitsgehalt zu bewerten, ohne Hintergrundinformationen. Dafür wurden beispielhaft Videoausschnitte gezeigt, über die später im Netz heftig gestritten wurde, wie zum Beispiel die Geste Elon Musks oder Aiwangers Bierzeltrede. Hintergrund ist, dass viele Nutzer*innen sozialer Netzwerke Informationen teilen, ohne sie vorher auf deren Wahrheitsgehalt geprüft oder in einen größeren Zusammenhang gesetzt zu haben.
Anschließend wurden den Teilnehmenden Hintergrundinformationen dargeboten und sie wurden eingeladen, zu beurteilen, ob es sich hierbei nun um Lüge, Bullshit, ein Missverständnis oder die Wahrheit handelt. Mit den kontextualisierenden Informationen konnten die Teilnehmenden nicht nur nach „wahr“ oder „falsch“ einteilen, sondern weiter ausdifferenzieren.
Dieses interaktive Element des Vortrags verdeutlichte, wie wichtig Hintergrundinformationen zur Beurteilung von Informationen sind. Die Teilnehmenden lernten, dass eindeutige Aussagen in manchen Fällen schwierig bis kaum möglich sind. Die Erkenntnis des Abends: Anstatt sich zu Vereinfachungen hinreißen zu lassen, ist es wichtig, (scheinbare) Widersprüche anzuerkennen und auszuhalten sowie zuzugeben, dass eine eindeutige Antwort auf die Frage nach der Wahrheit nicht immer gegeben werden kann.
Im Anschluss an den Vortrag, zu dem explizit neben der Hochschulöffentlichkeit auch Interessierte der Stadtgesellschaft eingeladen waren und teilgenommen haben, tauschten sich die Teilnehmenden bei Snacks und Getränken angeregt untereinander und mit dem Experten Holger Marcks aus.
Ideas connect ist ein transdisziplinäres Format, das im Bereich “überfachliche Kompetenzentwicklung” des ZLL mit dem TransforMA-Teilprojekt „Campus-Community-Partnerships“ entwickelt wurde und einmal im Semester stattfindet. Diese Veranstaltung wurde außerdem gefördert durch das Referat für Technik- und Wissenschaftsethik (rtwe).