ThinkTank „Immersiver Mensch“ demonstriert Potenzial von Immersion zur Bearbeitung und Vermittlung komplexer Zukunftsthemen
Beim ThinkTank „Immersiver Mensch“ in Mannheim demonstrierte TransforMA das Potenzial immersiver Methoden für komplexe Zukunftsthemen und brachte eine neue interdisziplinäre Community zusammen.
THEMEN
Gesellschaft
Impact Entrepreneurship
Innovation
21. April 2026
Wie lassen sich komplexe Zukunftsthemen wie Klimakommunikation greifbar machen – und wie gelingt es, dringende Themen wieder stärker in den Fokus zu rücken, die an Aufmerksamkeit verloren haben?
Dieser Frage widmete sich am vergangenen Freitag der ganztägige ThinkTank „Immersiver Mensch“ im Alten Volksbad Mannheim. Rund 30 geladene Teilnehmende aus Wissenschaft, Kultur, Verwaltung und Kreativwirtschaft – unter anderem aus der Klima Arena, den Reiss-Engelhorn-Museen, der Medienpädagogik, dem immersiven Technologieumfeld sowie aus Sound- und Showdesign – trafen zusammen, um neue Ansätze für die Vermittlung von Klimathemen zu entwickeln.
Immersion als Ansatz für komplexe Zukunftsfragen
Unter der fachlichen Leitung von Dr. Marc Reisner knüpfte das Format gezielt an die Tagung „Das andere Ich – Der immersive Mensch“ aus dem Vorjahr an. Aufbauend auf dem dort entstandenen Netzwerk aus Expert*innen für Immersion wurde die Runde bewusst um thematische Spezialist*innen ergänzt – in diesem Fall aus dem Bereich Klimakommunikation. Ziel war es, Wissenstransfer zu fördern, neue Kooperationen anzustoßen und eine interdisziplinäre Community aufzubauen, die immersive Ansätze künftig gemeinsam weiterentwickelt. Das Thema Klimakommunikation diente dabei als Anwendungsfall, um auf Metaebene zu untersuchen, wie immersive Methoden grundsätzlich zur Bearbeitung komplexer Zukunftsfragen eingesetzt werden können. Darüber hinaus sollte der Standort Mannheim als Zentrum für immersive Formate weiter gestärkt werden.
Den inhaltlichen Auftakt setzte Bernd Welz, Direktor der Klima Arena, mit einem Impuls zu den Herausforderungen der Klimakommunikation, die er als besonders abstrakt und komplex für breite Zielgruppen beschrieb. Weitere Perspektiven kamen aus dem Umfeld der Reiss-Engelhorn-Museen, die sich vor allem mit der Frage wirksamer Vermittlungsmethoden beschäftigten. Auch Mannheims Bürgermeister für Wirtschaft, Arbeit, Soziales und Kultur, Thorsten Riehle, nahm teil und unterstrich die Bedeutung immersiver Formate für neue Denk- und Handlungsansätze bei gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zukunftsfragen.
ThinkTank als interaktives, immersives Arbeitsformat
Der ThinkTank wurde bewusst als immersives Format konzipiert. Insgesamt 14 aufeinander aufbauende Aufgaben, ein eigens entwickeltes Brettspiel, rund 400 Karten sowie weitere dramaturgische Elemente führten die Teilnehmenden durch den Tag und machten Entscheidungsprozesse sowie Perspektivwechsel aktiv erlebbar. Ein inszenierter „CEO“, gespielt vom Schauspieler Mathias Herrmann – bekannt unter anderem als Nachfolger von Günther Strack in der TV-Serie „Ein Fall für zwei“ – brachte per Video neue, teils widersprüchliche Anforderungen in die Arbeitsgruppen ein und verdeutlichte die Komplexität der Aufgabenstellung im immersiven Setting.
Teilnehmende aus Bereichen wie Klimakommunikation, Medienpädagogik, Gaming, Visualisierung, Sounddesign, Showdesign, Kultur, Verwaltung und Kreativwirtschaft arbeiteten in wechselnden Konstellationen zusammen. Die Beteiligten kamen aus Mannheim sowie aus weiteren Städten – von Wien über Berlin und München bis Heilbronn – und brachten unterschiedliche Perspektiven in den Austausch ein. Der Fokus lag auf Vernetzung, Wissenstransfer und der Entwicklung gemeinsamer Projektansätze für die Vermittlung von Themen rund um Klimawandel, Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Erste Kooperationen entstanden bereits, weitere Abstimmungen und Folgetreffen sind geplant. Das durchgehend positive Feedback der Teilnehmenden hob insbesondere den intensiven interdisziplinären Austausch, die hohe Dynamik sowie die Möglichkeit hervor, abstrakte Themen praktisch zu bearbeiten.
Neue Kooperationen und Aufbau einer Immersion-Community in Mannheim
Mit dem ThinkTank „Immersiver Mensch“ baut TransforMA seine Aktivitäten im Bereich Immersion weiter aus. Die Ergebnisse des Formats unterstreichen das Potenzial immersiver Methoden insbesondere dort, wo vielschichtige Fragestellungen greifbarer und bearbeitbarer werden müssen. Dazu zählen neben der Klimavermittlung auch Themen wie Digitalisierung, gesellschaftlicher Wandel oder nachhaltige Stadtentwicklung. Gleichzeitig stärkt das Format Mannheim als Standort für innovative immersive Vermittlungs- und Beteiligungsformate. Gemeinsam mit starken regionalen Partnern wie Starkmacher e.V., Sandbox VR, den Mannheimer Museen sowie der Stadt Mannheim soll dieser Ansatz künftig weiter ausgebaut werden.