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  • 18.05.2026

Workshop-Einblick: Handlungsfähig im Umgang mit Rechtspopulismus

Wie lässt sich demokratische Haltung im Alltag stärken? Knapp 20 Teilnehmende erprobten Strategien für den Alltag.
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Wie können wir demokratische Haltung im Alltag stärken?

Im Rahmen des Formats „Die Stadt als Hörsaal!?“ fand am 09. Mai 2026 der TransforMA-Workshop „Handlungsfähig im Umgang mit Rechtspopulismus“ in der Abendakademie Mannheim statt. Rund 20 Teilnehmende mit sehr unterschiedlichen Hintergründen, Altersgruppen und Interessen kamen im Projektraum „The Box“ zusammen. Die lockere Atmosphäre und flexible Raumgestaltung boten ideale Bedingungen für Austausch und gemeinsame Arbeit. Ein besonderer Dank gilt der Abendakademie Mannheim für die gelungene Kooperation.

Zu Beginn des Workshops stand ein Demokratie-Kommunikationsbingo im Mittelpunkt, das den Einstieg in das Thema ermöglichte und die Teilnehmenden dazu anregte, sich über Werte und demokratische Haltungen auszutauschen. Anschließend reflektierten sie mithilfe eines Ressourcenrades, welche Fähigkeiten und Strategien sie bereits im Umgang mit rechtspopulistischen Aussagen mitbringen und wo sie sich weitere Unterstützung wünschen würden. Dabei wurde schnell deutlich, in wie vielen alltäglichen Kontexten die Teilnehmenden mit entsprechenden Äußerungen konfrontiert sind – sei es im beruflichen Umfeld, in der Familie, im Freundeskreis oder auch in alltäglichen Situationen wie der Straßenbahn.

Ein fachlicher Input von Workshopleitung Jorma Vogel beleuchtete im Anschluss, wie rechtspopulistische Akteur*innen die Welt deuten, welche Kommunikationsstrategien sie nutzen und unter welchen Bedingungen Gespräche sinnvoll und zielführend sein können – ebenso wie Situationen, in denen ein Gespräch ungewollt zur Bühne für gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit werden kann. In einem Gegenrede-Quiz wurden zudem Erkenntnisse aus aktuellen Studien aufgegriffen und diskutiert, welche Reaktionen tatsächlich geeignet sind, um demokratische Werte wie Menschenwürde, Vielfalt und Meinungsfreiheit zu stärken.

In der zweiten Hälfte des Workshops arbeiteten die Teilnehmenden in Kleingruppen an konkreten Alltagssituationen, die sie selbst eingebracht hatten. Diese wurden mithilfe eines Analyse-Schemas gemeinsam untersucht, um im Anschluss mögliche Handlungsoptionen zu entwickeln. Im abschließenden Austausch zeigte sich: Trotz der wahrgenommenen Zunahme rechtspopulistischer Äußerungen im öffentlichen Raum gibt es zahlreiche Verbündete für eine demokratische, respektvolle Gesellschaft – und die Teilnehmenden verfügen über deutlich mehr Handlungsspielräume, als ihnen zu Beginn bewusst war.

Der Workshop endete mit vielen neuen Eindrücken und Erkenntnissen – auch für den Referenten – sowie dem gemeinsamen Appell, die vorhandenen Ressourcen aktiv für eine plurale Gesellschaft zu nutzen, wie die aktuelle Mitte-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung („Die angespannte Mitte“) betont: „Eine sich in Gewohnheit ausruhende Mitte, die zaudert und schwankt, sich bei Hass und Hetze abwendet oder beides herunterspielt, hat Deutschland bereits einmal die Demokratie gekostet.“

Wir freuen uns über die positive Resonanz der Teilnehmenden, die den Workshop als sehr gelungen sowie erkenntnisreich bewerteten und Interesse an einer Fortsetzung bzw. Vertiefung des Formats äußerten. Vor diesem Hintergrund sind weitere Workshops und Anschlussformate zum Thema Rechtspopulismus ab Herbst dieses Jahres geplant.

Fotos: Jorma Vogel

„Eine sich in Gewohnheit ausruhende Mitte, die zaudert und schwankt, sich bei Hass und Hetze abwendet oder beides herunterspielt, hat Deutschland bereits einmal die Demokratie gekostet.“

Zick, Andreas; Mokros, Nico; Küpper, Beate (2025): Die angespannte Mitte. Rechtsextreme und demokratiegefährdende Einstellungen in Deutschland 2024/25.

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