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Von Mai bis Juli 2026 führte TransforMA die zweite RegioRadar-Umfrage durch: Menschen ab 16 Jahren, die in der Metropolregion Rhein-Neckar wohnen, wurden zu aktuellen Sorgen und Wohlbefinden befragt. Hohe Preise und Verkehr gehören 2026 zu den drängendsten Problemen in der Metropolregion Rhein-Neckar. Gleichzeitig sinkt das Vertrauen in die Lokalpolitik und in die Mitmenschen. Dennoch bleibt die allgemeine Lebenszufriedenheit mit 82 Prozent auf hohem Niveau.
Die Befragten aus der Metropolregion Rhein-Neckar nennen die Kosten für Leben und Wohnen als eines der größten Probleme. Dahinter folgen Verkehr und Infrastruktur (36 Prozent) sowie sozialer Zusammenhalt und Umwelt/Energie (je 32 Prozent). In Mannheim zeigt sich ein etwas anderes Bild: Hier stehen Schmutz und Lärm sowie die hohen Preise mit jeweils 39 Prozent an der Spitze, gefolgt von Armut und Ungleichheit (32 Prozent). Für die diesjährige RegioRadar-Befragung wurden von Mai bis Juli 2026 insgesamt 558 Menschen ab 16 Jahren aus Mannheim und der Metropolregion Rhein-Neckar online und vor Ort befragt. Die Befragung ist nicht repräsentativ.
Astrid Kickum, Co-Projektleitung Evaluation bei TransforMA an der Uni Mannheim, geht davon aus, dass sich aktuelle Krisen auch auf die Problemwahrnehmung vor Ort auswirken: „Die Menschen in der Region spüren Ereignisse wie beispielsweise die angesichts des Kriegs in Gaza gestiegenen Benzinpreise vor allem wirtschaftlich. Das zeigt sich auch in der Zufriedenheit mit der eigenen finanziellen Situation – dieser Wert ist von 76% auf 71% gefallen.“ Eine weitere Erklärung könne die mediale Berichterstattung über die genannten Problemfelder sein: „Themen wie Schmutz, Lärm, Probleme bei der Müllabfuhr, illegale Müllablagerungen und mangelnde Mülltrennung sind Dauerbrenner in der kommunalen Berichterstattung“, so Kickum.
Vertrauen in die Politik sinkt – Wissenschaft bleibt stabil
Das Vertrauen in die Politik ist in der Region deutlich zurückgegangen. Nur noch 23 Prozent der Befragten geben an, den Politiker*innen vor Ort ziemlich oder sehr zu vertrauen. Im Vorjahr waren es noch 30 Prozent. Auch das Vertrauen in die Mitmenschen ist gesunken: von 66 auf 60 Prozent. Anders fällt der Blick auf die wissenschaftlichen Institutionen der Region aus: Hier bleibt das Vertrauen nahezu stabil. 47 Prozent der Befragten sehen in ihnen einen möglichen Beitrag zur Lösung bestehender Probleme – 2025 waren es 49 Prozent.
„Wir schätzen das Vertrauen, das die Menschen in uns und unsere Forschung setzen. Gleichzeitig sehen wir es als Ansporn, den Austausch mit den Bewohner*innen der MRN noch zu verstärken und gemeinsam mit ihnen praxisorientierte Lösungen für dringende Probleme zu erarbeiten“, sagt Julia Derkau, wissenschaftliche Co-Leitung von TransforMA an der Universität Mannheim.
Sicherheitsgefühl bleibt vergleichsweise niedrig
Das Thema „Sicherheit“, das 2025 noch an erster Stelle stand, gehört 2026 weder bei den Mannheimer Befragten noch bei den Teilnehmenden aus der MRN zu den drei meistgenannten Sorgen. Kickum führt dies darauf zurück, dass in diesem Jahr einschneidende Ereignisse bisher ausgeblieben sind: „Aufgrund des zeitlichen Abstands beispielsweise zur Amokfahrt in den Planken rückten nun wieder andere Themen prioritär ins Problembewusstsein der Befragten.“ Dennoch bewerten die Befragten ihr persönliches Sicherheitsgefühl in Mannheim weiterhin zurückhaltend. Von den MRN-Bewohner*innen fühlen sich 34% in Mannheim ziemlich oder sehr sicher (im Vorjahr noch 39%), Beim Sicherheitsempfinden gehen die Einschätzungen auseinander: von den Mannheimer Bürger*innen selbst fühlen sich 44,3 Prozent in Mannheim ziemlich oder sehr sicher. Dem stehen 24,6 Prozent gegenüber, die sich weniger oder gar nicht sicher fühlen. Für gut ein Viertel (26,5 Prozent) liegt das persönliche Sicherheitsempfinden dazwischen und wird als mittelmäßig bewertet.
Hohe Gesamtzufriedenheit trotz negativer Stimmungstendenz
Insgesamt zeigen sich für 2026 generell leicht gesunkene Zufriedenheitswerte. Dennoch ist die Lebenszufriedenheit mit 82% (Vorjahr 85%) hoch. „Die Befragten sind nach eigenen Angaben sehr zufrieden mit ihrem Leben insgesamt. Der scheinbare Widerspruch zu einzelnen Werten, wie zum Beispiel in den Bereichen Vertrauen in Politik oder in Mitmenschen, lässt sich durch das Zufriedenheitsparadox erklären: Die Gesundheitsforschung beschreibt damit das Phänomen, dass sich schlechtere Lebensumstände nicht zwangsläufig negativ auf das allgemeine Wohlbefinden auswirken“, so Kickum.
Die RegioRadar-Befragung soll 2027 erneut durchgeführt werden. Weitere Ergebnisse der Umfrage finden Sie hier.
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